Tech-Update / Abenteuer mit Claude Code #8

Parallel arbeiten mit Worktrees

Claude arbeitet an Feature A, die Tests laufen, und ich sitze daneben und warte. Kennen Sie das?

Die naheliegende Idee: eine zweite Claude-Sitzung starten. Das Problem: Beide arbeiten im selben Verzeichnis, auf demselben Branch, an denselben Dateien. Das geht selten gut.

Die Lösung heißt Git Worktree. Ein Worktree ist ein zusätzliches Arbeitsverzeichnis desselben Repositories mit eigenem Branch. Die Git-Historie ist gemeinsam, die Dateien sind getrennt.

Claude Code hat das direkt eingebaut:

claude --worktree ticket-4711
claude --worktree bugfix-login

Jeder Aufruf legt einen eigenen Worktree samt Branch an und startet darin eine Sitzung. Zwei Claudes, zwei Branches, keine Konflikte. In der Desktop-App bekommt sogar jede neue Sitzung automatisch ihren eigenen Worktree.

Was das im Alltag bringt:

⚡ Keine Wartezeit: Während Claude A auf die Tests wartet, baut Claude B schon das nächste Feature.
🧪 Varianten vergleichen: Zwei Lösungsansätze parallel umsetzen lassen und den besseren übernehmen.
🚑 Hotfix ohne Chaos: Ein dringender Bug kommt rein? Neuer Worktree, und die laufende Arbeit bleibt unangetastet.
🧹 Aufräumen inklusive: Worktrees ohne Änderungen räumt Claude Code beim Beenden selbst weg, bei Änderungen fragt es nach.

Ehrliche Hinweise aus der Praxis:

  • Mehr als zwei, drei parallele Sitzungen behält kaum jemand sinnvoll im Blick. Der Engpass ist am Ende das eigene Review.
  • Die Aufgaben sollten unabhängig sein. Wer zweimal dieselbe Datei umbaut, verschiebt den Konflikt nur auf den Merge.
  • Kleiner Tipp: .claude/worktrees/ in die .gitignore aufnehmen.

Meine Faustregel:

  • Eine Aufgabe mit eng verzahnten Schritten? Eine Sitzung.
  • Mehrere unabhängige Tickets? Worktrees.

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