Tech-Update / Abenteuer mit Claude Code #4

CLAUDE.md – das Onboarding für Ihren KI-Kollegen

Jede Claude-Code-Sitzung beginnt bei null. Claude kennt Ihr Projekt nicht, Ihre Konventionen nicht und auch nicht den Grund, warum man Modul X besser nicht anfasst.

Genau dafür gibt es die CLAUDE.md: eine einfache Markdown-Datei im Projekt, die Claude zu Beginn jeder Sitzung automatisch liest. Im Grunde das Onboarding-Dokument, das man einem neuen Teammitglied am ersten Tag in die Hand drückt.

Der Einstieg ist ein einziger Befehl:

/init

Claude analysiert das Projekt und legt einen ersten Entwurf an. Den prüfen und kürzen Sie, und die Basis steht.

Was gehört hinein?

🏗️ Architektur in wenigen Sätzen: Wo liegt was, und wie hängen die Module zusammen?
⚙️ Die wichtigsten Befehle: Build, Tests, Lint, lokaler Start.
📏 Konventionen, die nicht offensichtlich sind: Namensschemata, Branch-Regeln, „bei uns immer Signals statt BehaviorSubject“.
⚠️ Fallstricke: „Die Legacy-API unter /v1 nie ändern, daran hängt ein Kundensystem.“

Was gehört nicht hinein?

Allgemeinplätze wie „schreibe sauberen Code“ und alles, was ohnehin ein Linter prüft. Die Datei wird in jeder Sitzung geladen und belegt Kontext. Kurz und präzise schlägt lang und vollständig.

Drei Tipps aus der Praxis:

  • Die CLAUDE.md gehört ins Git-Repository. So profitiert das ganze Team, und Änderungen laufen durchs Review wie Code.
  • Ausführliche Doku nicht hineinkopieren, sondern per Import verweisen, z. B. @docs/architektur.md.
  • Wenn Sie Claude dasselbe zum zweiten Mal erklären, gehört es in die CLAUDE.md.

Zusätzlich gibt es eine persönliche Datei unter ~/.claude/CLAUDE.md für Ihre eigenen Vorlieben über alle Projekte hinweg.

Meine Faustregel:

  • Gilt es für (fast) jede Aufgabe im Projekt? CLAUDE.md.
  • Nur für einen bestimmten Ablauf? Skill (mehr dazu in Teil 1 und 3).

Was steht als Erstes in Ihrer CLAUDE.md? Ich bin gespannt auf Ihre Antworten in den Kommentaren

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