Tech-Update / Abenteuer mit Claude Code #20
Fremder Code – vom ersten Tag an produktiv
Neues Projekt, 400.000 Zeilen, die Hälfte davon älter als das Team. Die Dokumentation: ein README von 2019 und der Satz „Frag am besten Klaus“. Klaus ist leider seit zwei Jahren nicht mehr da.
Früher hieß das: eine Woche lesen, debuggen, raten. Heute starte ich anders.
🗺️ Schritt 1: Die Landkarte
Bevor ich irgendetwas ändere, stelle ich Fragen. Nur Fragen:
- „Erkläre mir die Architektur dieses Projekts in zehn Sätzen.“
- „Wie fließt eine Bestellung vom Frontend bis in die Datenbank? Nenne die Dateien.“
- „Wo wird die Authentifizierung geprüft? Gibt es Stellen, an denen sie umgangen wird?“
Claude liest dafür selbst die relevanten Dateien. Bei großen Codebasen erledigt das ein Subagent (Teil 1), damit der Hauptkontext frei bleibt.
📝 Schritt 2: Das Wissen festhalten
/init lässt Claude das Projekt analysieren und eine erste CLAUDE.md (Teil 4) anlegen: Build-Befehle, Struktur, Konventionen. Die überarbeite ich, ergänze, was ich in Schritt 1 gelernt habe, und checke sie ein. Der nächste neue Kollege startet damit nicht mehr bei null.
🔬 Schritt 3: Die erste kleine Änderung
Ein kleiner Bugfix, im Plan Mode (Teil 10). Claude zeigt, welche Dateien betroffen wären und welche Tests es gibt. Oft lerne ich dabei mehr über das System als beim Lesen.
Ein Hinweis:
Claude erklärt auch das sehr überzeugend, was es nur vermutet. Gerade bei Legacy-Code mit totem Code und historischen Umwegen. Lassen Sie sich deshalb immer die konkreten Dateien und Zeilen nennen und prüfen Sie stichprobenartig. „Zeig mir die Stelle“ ist der wichtigste Satz in diesem Teil.
Meine Faustregel:
- Erste Stunde: nur fragen, nichts ändern.
- Erster Tag: Wissen in die
CLAUDE.md. - Erste Woche: kleine Änderungen mit Plan Mode, große erst, wenn Tests da sind.
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