Tech-Update / Abenteuer mit Claude Code #24
Wann ich Claude Code nicht einsetze
23 Teile lang habe ich erzählt, was Claude Code alles kann. Zeit für die ehrliche Gegenfrage, die mir in Gesprächen fast immer gestellt wird: „Und wo lassen Sie es bleiben?“
Es gibt solche Fälle. Und sie zu kennen, ist mindestens so wichtig wie die Tricks.
🚫 Wo ich bewusst selbst arbeite
- Ein Einzeiler, den ich schon im Kopf habe. Bis ich ihn beschrieben habe, hätte ich ihn längst getippt.
- Sicherheitskritische Kernlogik. Rechte, Verschlüsselung, Abrechnung. Claude darf vorschlagen und reviewen, aber die Entscheidung und jede Zeile verantworte ich bewusst selbst.
- Wenn ich das Problem noch nicht verstanden habe. Dann bekomme ich sehr schnell sehr plausiblen Code für die falsche Frage.
- Produktivsysteme ohne Netz. Kein direkter Zugriff auf Live-Datenbanken oder Server. Claude arbeitet bei uns lokal, im Branch, mit Review (Teil 7).
🧭 Wo ich vorsichtig bin
- Neue Bibliotheken und frische Versionen. Das Wissen des Modells hat einen Stichtag. Hier gehört die aktuelle Doku in den Kontext, z. B. über MCP (Teil 5).
- Große Umbauten in einem Rutsch. Lieber in Etappen, mit Plan (Teil 10) und Tests (Teil 18).
- Lernen. Wer eine Sprache lernen will, sollte sie auch selbst schreiben. Claude als Erklärer ja, als Ghostwriter eher nicht.
Ein Hinweis:
Die Grenze verschiebt sich ständig. Was ich vor einem halben Jahr noch selbst gemacht habe, lasse ich heute Claude machen. Deshalb probiere ich alle paar Wochen bewusst eine Aufgabe aus, die ich bisher „nicht abgeben“ wollte.
Meine Faustregel:
- Schneller selbst getippt als erklärt? Selbst machen.
- Nicht verstanden? Erst verstehen, gern mit Claude als Gesprächspartner.
- Fehler wäre teuer? Claude als zweites Paar Augen, nicht als Autor.
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