Tech-Update / Abenteuer mit Claude Code #25

Claude Code im Team einführen – die ersten 30 Tage

Lizenzen kaufen, Link verschicken, fertig? So scheitern die meisten Einführungen. Nach drei Wochen nutzen zwei Leute Claude Code begeistert, der Rest hat es einmal ausprobiert und „war nicht so überzeugt“.

Hier ist der Ablauf, den wir in Projekten inzwischen fast immer so empfehlen.

🗓️ Woche 1: Ein Pilot, ein Projekt

Zwei oder drei Entwickler, ein echtes Projekt, keine Spielwiese. Erstes Ziel: eine gute CLAUDE.md (Teil 4) und ein Satz Berechtigungen (Teil 7), der ins Repository eingecheckt wird. Noch keine Skills, keine Plugins.

🔧 Woche 2: Die nervigsten Routinen automatisieren

Jeder Pilot sucht sich die eine Aufgabe, die ihn am meisten nervt, und macht daraus einen Skill (Teil 3). Ticket holen, Branch anlegen, Changelog schreiben. Kleine Erfolge, die man vorzeigen kann.

👥 Woche 3: Das Team dazuholen

Kurze Demo mit echten Beispielen aus dem eigenen Code, keine Folien. Danach Pairing: Ein Pilot sitzt eine Stunde neben jedem neuen Kollegen. Das bringt mehr als jede Schulung.

📦 Woche 4: Standardisieren

Was sich bewährt hat, wandert in ein Plugin (Teil 14) und, wo nötig, in zentral verwaltete Einstellungen. Und: eine kurze Retro. Was hat Zeit gespart? Wo hat Claude mehr Arbeit gemacht als abgenommen?

Ein Hinweis:

Die größte Hürde ist nicht die Technik, sondern die Arbeitsweise. Wer gewohnt ist, jede Zeile selbst zu tippen, muss erst lernen, Aufgaben gut zu beschreiben und Ergebnisse gut zu prüfen. Das dauert länger als 30 Tage. Rechnen Sie in den ersten Wochen nicht mit großen Zahlen, sondern mit vielen kleinen Aha-Momenten.

Meine Faustregel:

  • Klein anfangen: ein Team, ein Projekt, eine echte Aufgabe.
  • Erfolge sichtbar machen: Demos aus dem eigenen Code statt Marketing-Folien.
  • Erst standardisieren, wenn sich etwas bewährt hat, nicht vorher.

← Zur Übersicht